
Reihe "Kunst trifft Currywurst" im Profi-Grill
Ausstellung "Tagesabbruch"
Bilder zwischen Tag und Nacht
Fotografien von Rolf Arno Specht
Sonntag, 22. April 2012 bis Mittwoch, 20. Juni 2012
im Profi-Grill Raimund Ostendorp,
Bochumer Str. 96, 44866 Wattenscheid, Telefon: 02327/82361
geöffnet täglich von 11.00 Uhr bis 22.00 Uhr
Vernissage am 22. April 2012 um 12.00 Uhr
Finissage am 20. Juni 2012 um 16.00 Uhr
Der Marler Fotograf Rolf Arno Specht ist an die Grenzen gegangen: Frühmorgens auf der Halde oder Spätabends im Industriegebiet inszenierte er den Übergang von Dunkelheit zum Licht und wieder zurück. Er harrte der Streiflichter, die ein sich ankündigender Tag vorausschickt und der letzten Glut, den ein alter, verbrauchter Tag in den Abendhimmel der Ruhrstadt schleudert.
Specht bedient sich dabei der klassischen Bildästhetik karibischer Postkartenmotive. Doch irgendetwas scheint sein Sonnenspektakel zu stören: Nicht Palmen oder Sandstrände bilden seine Bühne für die romantische Verklärung, sondern Fördergerüste im Ruhrrevier. Stählerne Zeugen der schwerindustriellen Zeit, die scheinbar nichts mit Wärme zu tun haben.
Specht taucht die profanen Zweckbauten in ein neues Licht, zieht sie durch den Weichspüler und gewinnt Ihnen damit eine Ästhetik ab, die für seine eigene Interpretation von Wärme steht: Heimat. Die dominierende Farbe in seinem Bilderzyklus "Tagesabbruch" ist Glutrot. Wer sein Zuhause so sieht, sagt er, kann hier nicht fremd sein.
Die Bühne für diesen gewagten fotografischen Versuch bildet Raimund Ostendorps Profi-Grill in Wattenscheid. Dreizehn teils großformatige Motive (das längste Werk misst zwei Meter) verwandeln die revierweit bekannte Pommesbude in eine kulinarische Kunstgalerie. Ostendorp und Specht nennen ihr Projekt "Kunst trifft Currywurst" und treffen den Nagel damit auf den Kopf. Essen und Kultur, Industrie und Ästhetik, Kopf und Herz, Kunst und Kitsch sind für beide keine Gegensätze. Die gewohnt gute Küche von Raimund Ostendorp kann man in den kommenden zwei Monaten unter Spechts Fotografien genießen. Nicht nur für Freunde der Industriekultur: Unbedingt sehenswert!
Die zweimonatige Ausstellung wird der Startschuss für eine Reihe weiterer Ausstellungen im Profi-Grill sein. Die Stafette übergibt Rolf Arno Specht im Juni an den Bochumer Fotokünstler Olaf Rauch.
> Foto-Schau in der Frittenbude in der Bild-Zeitung Ruhrgebiet
> Currywurstbude zeigt Ruhrgebiets-Fotos auf derwesten.de
> Der Stammkunde als Aussteller im Profi-Grill in den Ruhrnachrichten
> Kunst zwischen Grill und Fritteuse auf westfalen-heute.de
> Tagesabbruch auf industrial-moods.de
> Kunst trifft Currywurst auf Informationsdienst Ruhr
> Tagesabbruch auf fotokunst-in.de
> Tagesabbruch auf coolibri.de
> "Kunst trifft Currywurst" in Bochum-Wattenscheid auf ruhr-guide.de

schachtzeichen
Vom 22. bis zum 30.05.2010 war ich im Auftrag der Ruhr.2010 zusammen mit 7 Kollegen und Kolleginnen als SchachtZeichen-Fotograf unterwegs. Es waren intensive 9 Tage, gekennzeichnet von vielen Hochs und Tiefs, Wetterkapriolen und allerhand wunderbaren Momenten. Ich werde meine Bilder und Geschichten in Kürze an dieser Stelle präsentieren. Allen Beteiligten bis dahin meine Hochachtung und ein Dank an alle Helferinnen und Helfer.
fotorevier.net - die ruhrstadt im bild
Der Großvater, der den Staub der Nachtschicht ins Waschbecken spuckt. Der Vater, der immer wieder an einen Ort entschwindet, von dem ich nicht weiß, wie es da aussieht und was er da macht. Die Geschichten der Mütter von Wäsche, die schwarz wird, wenn der Wind ungünstig steht. Auf der Suche nach den Eindrücken meiner Kindheit und Jugend werden die alten Bilder durch neue überlagert, verwischt und vermischt.
Wenn ich am meine Kindheit denke, habe ich die beeindruckende Silhouette des Schachtturms auf Consolidation vor Augen. Für einen kurzen Moment in der Straßenbahn aufblitzend, im nächsten Moment von den vorbeieilenden Häuserzeilen gestohlen. Das abrupte Aufgehen von urbanem Stuckwerk in münsterländischen Wiesen und Feldern. Die Gleiswüste hinter dem Eisenwerk, das Heizkraftwerk und die grüne Halde. Es sind genau diese scharfen Kontraste, die mir klar machen, dass es sich mit dieser meiner Stadt ein wenig anders verhält.

Umbruch auf Phoenix West
Endlich eine "richtige" Kamera in Händen, bemerkte ich, dass vieles sich inzwischen verändert hatte. Zu den Jugenderinnerungen gesellten sich nun die neuen Bilder eines Umbruchs. Es ist dieses seltsame Nebeneinander von Montanindustrie und Hochtechnologie, von Landwirtschaft und Großstadtleben, das mich immer wieder dazu antreibt, selbst hinzugehen und zu sehen.
Ich glaube, die Leidenschaft zur Fotografie ist eine tiefe Sehnsucht. Der Wunsch, Momente einzufangen und Stimmungen nacherfahrbar zu machen. Das Verweilen auf dem Bild, das Suchen nach immer neuen Details und Perspektiven. Das Bild, das ich von meiner Heimat zeichne, ist geprägt von einer Liebe auch zu den auf den ersten Blick weniger schönen Seiten dieser Stadt.
Die Fotografie benutze ich als Medium, um mich mit der Welt, die mich umgibt, auseinander zu setzen. Ich bewege mich zwischen den beiden Polen Zeigen und Erfahrbar machen, und aus diesem Grund bilde ich manchmal einfach nur ab. Das entspricht auch ziemlich genau meinem Herangehen an ein Motiv: In einem ersten Schritt dokumentiere ich, verschaffe mir einen Überblick, nähere mich an. In einem zweiten Schritt, der zeitlich durchaus viele Monate später stattfinden kann, lote ich neue Perspektiven aus, arbeite die Stimmung, die das Objekt in mir hervorruft, heraus.
Als Fotograf habe ich nicht nur Einfluss auf Bildauschnitt, Blende und Verschlusszeit. Zum kreativen Prozess des Fotografierens gehört auch die Auswahl des Zeitpunkts, zu der ich ein Bild in Angriff nehme. Nicht nur die Uhrzeit, auch die Jahreszeit entscheidet. Auf manche Motive habe ich ein Jahr gewartet, bis die Rahmenbedingungen so waren, wie ich sie haben wollte.
Es geht mir nicht darum, einfach nur alte Industrieanlagen abzulichten oder in der Vergangenheit zu schwelgen. Vieles von dem, was im Revier verschwunden ist, ist zu Recht verschwunden und ich weine dem Raubbau an Mensch und Natur keine Träne nach. Ich möchte vielmehr nachvollziehbar machen, was das Leben hier ausmacht und das Lebensgefühl begreifbar machen, das es die Einwohner der Ruhrstadt hier aushalten lässt. Anderswo ist sicherlich schöner. Aber anderswo ist nicht zuhause.
ein herzlicher dank
Diese Website wäre ohne die tatkräftige Unterstützung der folgenden Menschen nicht zustande gekommen:
- Heike Hamann (Windeck): Danke für die Geduld, Geduld, Geduld.
- Ute Weinmann (Marl): Chef-Beleuchterin, Chef-Ideengeberin, Chef-Begleiterin.
- Kathrin Baumgarten (Oberhausen): Du leitest meinen Blick immer wieder auf die "kleinen" Dinge.
- Ulrich Haucke (Borken): Fördertürme sind leise!
- Olaf Specht (Marl): Terrain Scout Castrop-Rauxel.
- Stefan Malviani (Oer-Erkenschwick): Beleuchter II
- Klaus Kucharzewski (Marl): Danke für die interessanten Fachsimpeleien.
Danke für die gute Zeit!




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