
Der Tag hat nur 24 Stunden...
Das Projekt fotorevier.net wird von einer Person ganz allein gestemmt. Ich schreibe alle Texte, mache die Fotos, layoute die Seite, bearbeite die Bilder, programmiere den Webcode, mache die Musik, schneide die Videos, schreibe die Newsletter... Daher ist es mir häufig nicht möglich, zeitnah alle Informationen auf die Website zu stellen.
Nebenher möchte ich auch noch ein paar Brötchen verdienen. Ich bitte daher um Nachsicht. Über Ihre Rückmeldung freue ich mich aber trotzdem!
Herzlichst, Ihr Arno Specht
2010/02/21 Welcome to the jungle!
Gestern ist es spät geworden. Nach der Heimkehr von der Fototour mit Olaf Rauch wurden Bilder betrachtet, Daten gesichert und HDR-Aufnahmen berechnet. Aber es ist Wochenende und ich kann so lange schlafen, wie ich will.
Ursprünglich wollte ich gestern schon auf meinem Weg zum Landschaftspark Duisburg Nord den Hochöfen von Bruckhausen einen Besuch abstatten. Also beschließe ich, das heute nachzuholen. Der trübe Himmel stört mich nicht, verstärkt er doch die erhoffte Bildaussage nur noch mehr.
Die Abfahrt von der A40 in Beeck präsentiert sich dramatisch. Kein Wunder, dass diese Kulisse für zahllose Schimanski-Krimis herhalten musste. Willkommen im urbanen Industriedschungel! Nach ein paar interessanten Gesprächen mit Anwohnern, Stahlarbeitern und Tankwarten mache ich mich auf den Weg zum Alsumer Berg.
Oft schon stand ich an seinem Fuße, habe wegen einsetzenden Regens oder aus Zeitmangel bisher jedoch den Weg nicht nach oben angetreten. Der Ausblick von da oben ist einfach... Ach, seht selbst.
2010/02/20 Wo Rauch ist, ist auch ein Feuer(held)
Mein Fotokollege Olaf Rauch fragt mich, ob ich nicht Lust habe, bei einer Fototour in den Landschaftspark Duisburg Nord mitzukommen. Das ehemalige Hüttenwerk Meiderich ist definitv einer der Orte, derer ich nicht satt werde und so sage ich kurzerhand zu.
Auf dem Hinweg kann ich noch eine nette Stadtschneise zum Gasometer erhaschen.
Das Wetter lässt wirklich zu wünschen übrig, aber wenn es fortan trocken bleibt, verspricht die Wetterlage nass glänzendes Metall im Lichterschein. Aber der Reihe nach.
Nach einer großzügigen Umrundung des Objekts und dem Austausch von künsterischen und privaten Positionen setzt die Dämmerung ein. Wir beeilen uns, auf den Hochofen zu kommen. Dort rührt der Wind ordentlich an unseren Teleobjektiven. Und es wird kalt. Das scheint dem Schwarm der dort einfliegenden Fotografen jedoch nichts anhaben zu können. Es setzt ein digitaler Schneeregen (kennt nur zwei Zustände: entweder gar nicht oder volles Rohr) ein, der dem Treiben jäh ein Ende bereitet.
Für bemerkenswert halte ich die jeweils eigene fotografische Umsetzung des Themas "Hüttenwerk Meiderich" durch Olaf Rauch und mich. Seine Arbeiten sind in seinem Blog zu sehen.
Den Abend beschließen wir im Shere Punjab. Ich sage danke und bis zum nächsten mal.
2010/02/13 Cold days, hot food
Die Indische Küche hat es mir angetan. Sowohl passiv (Restaurantbesuch) als auch aktiv (kochen). Auf dem Weg zu einem indischen Lebensmittelladen in Dortmund zwecks Nachschub für meine Gewürzvorräte entdecke ich ich Zeche Zollern und Zeche Dorstfeld im Schnee. Von letztgenannter Zeche stehen an Schacht 1/4 im Wesentlichen nur noch die Rundeindicker.
2010/01/31 Und Uli hatte doch Recht!
Vor einem halben Jahr rief mich mein Kumpel Uli aus dem Münsterland an. Er meinte, am Fördergerüst Prosper-Haniel sei etwas verändert worden. Ich gehe solcherlei Nachrichten natürlich gleich nach. Also telefoniere und google ich, was das Zeug hält. Scheinbar falscher Alarm.
An diesem Sonntag, ein halbes Jahr später, beschließe ich, von meiner Gasometer-Dauerkarte mal wieder Gebrauch zu machen. Normalerweise fahre ich über die A42 zum Gasometer. Aber heute biege ich gedankenveroren falsch ab und lande auf der A2. Auch kein Beinbruch, denke ich, als ich den kupierten Turm von Prosper-Haniel nun selbst sehe.
Eine Nachfrage beim Pförtner ergibt nicht viel. Marode sei der Oberbau gewesen. So sind wir halt im Revier: zweckmäßig. Immerhin handelt es sich hier nicht um ein Denkmal, sondern um eine Industrieanlage. Was stört, kommt weg. Irgendwie schade, aber was soll's.
Die Zustände am Gasometer würde ich heute mal milde als "desolat" bezeichnen. Zugegeben: Die Location ist geil und für viele der Zustände können die Betreiber nichts. ich will auch niemandem davon abraten, in den Gasometer zu gehen. Ich liebe diesen Ort!
Aber wer heute Gast sein will, hat echt ein Problem. Insgesamt vielleicht 50 Parkplätze stehen zur Verfügung. Der große Parkplatz vom Sommer ist ohne Hinweis abgesperrt. Nach drei Runden endet meine Irrfahrt um das CentrO. Ich reihe mich also mit dem Auto am einzigen vorhandenen Parkplatz in die Wartenden ein und habe eine Viertelstunde später das Glück, dass jemand fort fährt. Der Parkplatz selbst ist mit etwa 30 Zentimeter tiefen Schlaglöchern (besser: Kratern) übersäht. Die Aussichtsplattform ist wegen des Wetters gesperrt. Ich will im Shop etwas kaufen und meine Karte ist (übrigens nur dort) nicht lesbar.
Der positive Nebeneffekt: Ich habe Gelegenheit, jede Außentreppe zu besteigen und all die Dinge zu beachten, auf die ich normalerweise keinen Wert lege. Und im Frühjahr spätestens sind alle diese Mängel behoben, wetten?
Mein Weg führt nun über Ruhrort nach Hamborn, wo ich mal wieder einen furchtbar kitschigen Sonnenuntergang hinter Förderturm filme und fotografiere. Auf dem Rückweg muss Prosper-Haniel noch einmal stillhalten.
2010/01/30 Hoppe, hoppe, bruch
Durch ein Telefonat mit der RAG konnte ich mich vergewissern, dass der Vorfall von der Vorwoche natürlich nur ein Missverständnis war. Also wieder mit Ute zum Wilhelm.
Vorher aber geht es über völlig vereiste Straßen von Marl nach Herten, wo die verschneite Halde Hoppenbruch in Augenschein genommen wird. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten finden wir den Weg zum Gipfel dann doch noch. Dort oben hat man eine fantastische Aussicht auf zahlreiche Fördertürme. Sechs auf einen Streich!
Der Tag neigt sich dem Abend zu, also auf nach Wanne. Im März des vergangenen Jahres habe ich Consol 9 von einer Autobahnbrücke über der A42 entdeckt. Dieses Bild mache ich nun noch einmal zur blauen Stunde.
Und Wilhelm erwische ich endlich so, wie er sein sollte!
2010/01/23 Hömma, nich am Bär packen!
Irgendwie war Ute und mir langweilig, und so haben wir die Kameras eingepackt und sind mal wieder auf Entdeckungstour gegangen.
Schloss Lüttinghoff kannte ich noch nicht. Liegt ja auch ziemlich versteckt.
Die Funzel im Gepäck, entschließen wir uns, Zollvereins kleinen Bruder in Wanne-Eickel zur blauen Stunde ins rechte Licht zu rücken.
Ute gibt mir auf Nachfrage einen Lichtpunkt an der oberen Seilscheibe zum Fokussieren. Da bekommen wir Ärger mit dem Personal. Fotografieren sei streng verboten; wenn wir weitermachen, werden unsere Namen notiert und die Polizei alarmiert.
Nun, natürlich hätte ich es einfach mal darauf ankommen lassen können. Aber ich will an diesem Abend keinen Ärger, und so wandern wir im Dunkeln um den Wilhelmschacht herum. Und zu guter letzt bekommt er doch noch etwas Licht ab.
2010/01/10 Let the games begin!
Eigentlich hatte ich an diesem Tag etwas ganz anderes vor. Aber die Eröffnung der Kulturhauptstadt Europas verpassen? Hmmm... das könnte ich später mal bereuen.
Es liegt Schnee, es ist kalt, und so ist erstaunlich schnell ein Parkplatz gefunden. Oder zumindest sieht es über der Schneedecke wie einer aus. Könnte aber auch eine Wiese sein. Oder ein Gehweg. Eine Anwohnerin meint noch aus dem Fenster, "die spinnen doch! Sollen die sich doch mal vorher um Parkplätze kümmern!" Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Man kann es nicht allen Recht machen.
Die Prominenz war gestern da, heute darf das Fußvolk seinen Spaß haben. Was ist das eigentlich, Kulturhauptstadt? Es wird hier vor Ort nicht klar. So richtig voll ist es nicht, aber das sei dem Wetter geschuldet.
Mich überrascht, wie winzig die Bühne ist, auf der am Vortag unter den Augen der politischen Elite Grönemeyer ein Ständchen brachte. Mir bleibt unverständlich, wo all die Trommler Platz fanden, und mich fasziniert, dass die all die Technik bei dem Dauerschneeregen mitmacht.
Bleibt die Frage: Hätte ich etwas verpasst? - Nicht wirklich. Bereut hätte ich nichts.
2010/01/05 Kultur. Haupt. Stadt. Jaja...
Es gibt noch Dienstleister, die Filme belichten! Einer davon ist Merlinet in Essen. Ich brauche für eine Lichtprojektion verschiedene Motive auf Film und hole sie dort ab.
Ich bin mit dem Zug unterwegs und in der Essener Innenstadt fällt mir der alte Wilhelm auf.
Am Recklinghäuser Hauptbahnhof erwerbe ich einen Bildband über das Ruhrgebiet. Den Buchhändler informiere ich scherzhaft im Stile der Bild-Zeitung, dass wir ja jetzt Kulturhauptstadt Europas seien. "Ja," entgegnet er, "ich fühle mich auch schon 5 Zentimeter größer!"
Klasse! So liebe ich das.
2010/01/02 Frohes Neues!
Seltsam, wie schnell man sich manchmal in ein neues Jahr einfindet. Es gibt Jahre, da habe ich Ende Februar noch die abgelaufene Jahreszahl geschrieben. 2010 ist so ungeduldig erwartet worden und in den Medien derart präsent, dass mir die Umstellung keinerlei Schwierigkeiten bereitet.
Es wird mal wieder eine gemischte Einkaufs- und Fototour. Erste Station ist Bochum, von wo es auf verschlungenen Pfaden Richtung Castrop-Rauxel geht. An Erin 7 fällt mir mal wieder eine Stadtschneise ins Auge. Ich hoffe, auf einem Rastplatz an der A42 einen guten Blick auf Teutoburgia zu bekommen, werde aber enttäuscht.
Wohl wissend, dass ich bisher lediglich ein Nachtfoto von Schloss Bladenhorst in meinem Portfolio habe, wird dieses mittelalterliche Gemäuer angesteuert. Den Abschluss bildet Haus Katzenbusch zur blauen Stunde.


















































































